Postulat: Umweltverschmutzung von Bitcoin & Co

Postulat von Luzian Franzini, Andreas Hürlimann und Tabea Zimmermann Gibson
betreffend Umweltverschmutzung durch Bitcoin & Co
vom 7. Juni 2021

Die Mitglieder des Kantonsrats Luzian Franzini, Zug, Andreas Hürlimann, Steinhausen, und
Tabea Zimmermann Gibson, Zug, haben am 7. Juni 2021 folgendes Postulat eingereicht:
Der Regierungsrat wird eingeladen, fortan nur noch Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren, wenn die entsprechende Erstellungs-, und Transaktionsverfahren dieser Währungen
im Einklang mit den Klimazielen der Eidgenossenschaft stehen

Begründung:
Bitcoin als bekannteste und grösste Cryptowährung der Welt verursacht giganti sche Emissionen. Gemäss einer Schätzung des «Centre for Alternative Finance» der Universität Cambridge
von Ende März 2021 verbraucht Bitcoin aktuell etwa 140 Terawattstunden (TWh) jährlich. Das
ist vergleichbar mit dem Stromverbrauch von Malaysia mit seinen dreissig Millionen EinwohnerInnen und weit mehr als der doppelte Verbrauch der Schweiz. Nach Schätzungen der «3rd Global Cryptoasset Benchmarking Study» der Universität Cambridge kommt hierbei 61 % der
Energie für die Schürfung dieser Cryptowährungen aus nicht erneurbaren Energieformen wie
Kohle, Gas oder Erdöl. Dabei werden trotz dieses massiven Energieverbrauchs über Bitcoin
momentan lediglich zwischen zwei und fünf Zahlungen pro Sekunde abgewickelt. Die Gewinnung von Bitcoins durch das sogennante «Mining» führt in Schwellenländern zu Stromausfällen
und verursacht nebst dem gigantischen Strombedarf auch zu 12 000 Tonnen Elektroschrott pro
Jahr. Diese Entwicklung darf vom Kanton Zug nicht unterstützt werden. Die Schweiz hat sich zum
Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Indem staatliche Behörden umweltschädliche
Cryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren, handeln sie diesen Zielen zuwider. Dabei
könnte die Blockchain-Technologie durchaus energieffizient bei Cryptowährungen zum Einsatz
kommen. Cryptowährungen, welche nicht auf der «proof-of-work» Verfahren basieren und beispielsweise «proof-of stake» nutzen, können den Energie- und Materialverbrauch massiv reduzieren. So sind beispielsweise Kryptowährungen wie Nano, Ripple (XRP), Cardano (ADA), BitGreen (BITG) oder SolarCoin (SLR) deutlich energieffizienter.

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