Postulat: Sparbillette zur Brechung der Verkehrsspitzen im Zuger Tarifverbund

Postulat von Luzian Franzini, Benny Elsener, Ivo Egger und Hanni Schriber-Neiger
betreffend Sparbillette zur Brechung der Verkehrsspitzen im Zuger Tarifverbund
vom 10. August 2021

Die Mitglieder des Kantonsrats Luzian Franzini, Zug, Benny Elsener, Zug, Ivo Egger, Baar, und
Hanni Schriber-Neiger, Risch, haben am 10. August 2021 folgendes Postulat eingereicht:
Die Regierung wird eingeladen, zusammen mit den Verkehrsbetrieben die Grundlage zu schaffen, dass im Tarifverbund Zug, Sparbillette angeboten werden können. Zudem soll sich der
Regierungsrat für weitere Massnahmen zur Brechung der Verkehrsspitzen, wie beispielsweise
ein «9 Uhr-Abonnement» einsetzen.

Begründung:
Wie in anderen Regionen der Schweiz ist der ÖV (öffentlicher Verkehr) auch im Kanton Zug zu
Spitzenzeiten überlastet. Allein zwischen 2004 (vor Einführung der Stadtbahn) und 2017 haben
die Fahrten im Regionalverkehr um über 200 Prozent zugelegt. Gewisse Linien weisen eine
fünf- bis sechsmal höhere Nachfrage in den Spitzenstunden am Morgen um 7 Uhr, beziehungsweise am Nachmittag um 17 Uhr auf, als in der übrigen Tageszeit. Im Wissen, dass in den kommenden Jahren weder bei den zur Verfügung stehenden Trassen noch bei den Fahrzeugen
ein grösserer Spielraum vorhanden sein wird, braucht es eine Verlagerung von den Spitzenzeiten und die Mithilfe von finanziellen Anreizen. Gleichzeitig muss aus ökologischer Sicht die Attraktivität des ÖV im Vergleich zum MIV (motorisierten Individualverkehr) weiter erhöht werden.
Dieses Ziel kann mit Sparbilletten, welche ausserhalb der Spitzenzeiten gewisse Rabatte gewähren, erreicht werden. Eine schweizweite Statistik der SBB zeigt, dass knapp jedes vierte Sparbillett eine Verlagerung
vom MIV auf den ÖV bewirkt, was aus ökologischer Sicht sehr zu begrüs sen ist. Im Jahr 2019
haben rund drei Millionen Kunden die Fahrt mit der Bahn nur dank des Rabatts unternommen
und 1,5 Millionen Kunden wechselten auf schwach ausgelastete Züge. (Geschäftsbericht SBB
2019). Die Alliance SwissPass hat bereits die Voraussetzungen geschaffen, um eine einheitliche Einführung von Sparbilletten in Tarifverbünden zu koordinieren. Als erster Tarifverbund hat zudem
Passepartout (LU, NW, OW) Sparbillette eingeführt. Auch weitere regionale Tarifverbünde prüfen die Einführung von Sparbilletts. Dies steht im Einklang mit der Strategie des Bundes für
eine grössere Vereinheitlichung sowie auch mit den Forderungen des Preisüberwachers. Nebst
der gezielten Vergünstigung von Einzelfahrten sollen auch Abonnemente zur Verkehrsverlagerung in Spitzenzeiten geschaffen werden, wie dies der Zürcher ZVV mit dem «9-Uhr Abo»
macht.

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