Der Regierungsrat wird beauftragt zu prüfen und zu berichten, wie im Kanton Zug
niederschwellige, kostenlose und vertrauliche Beratungsangebote zu gewaltbereiter
Online-Radikalisierung und frauenfeindlichen Ideologien geschaffen werden können
– in Zusammenarbeit mit Bund, Kantonen und Fachstellen.
Dabei soll er aufzeigen, ob eine Lücke im bestehenden Angebot besteht und ob sich
Zug Initiativen wie «manosphere.ch» oder ähnlichen Projekten anschliessen kann.

Begründung:
Gewaltverherrlichende und frauenfeindliche Online-Inhalte – oft unter dem Begriff
«Manosphere» und Figuren wie Andrew Tate zusammengefasst – erreichen über
Plattformen wie TikTok rasch Jugendliche und junge Männer. Eine SRF-Recherche
zeigte, dass neu erstellte Test-Accounts 15-jähriger Schweizer bereits nach wenigen
Minuten entsprechende Videos ausgespielt bekamen.
Auch der Bundesrat zeigte sich in einer Vorstossantwort besorgt über die Verbreitung
solcher gewaltbegünstigenden Männlichkeitsnormen, da diese geschlechtsbezogene
Gewalt fördern. Das Thema ist auch im Kanton Zug konkret. Der Lagebericht Zuger
Jugend 20251 hält fest, dass Influencer mit toxischen Rollenbildern problematische
Einstellungen insbesondere bei Jungen fördern. Gleichzeitig engagieren sich Lehrund Fachpersonen stark, stossen nach Einschätzung des Berichts jedoch teilweise
an systemische Grenzen.
National entstehen im Moment Unterstützungsstrukturen. Orientierung für Eltern,
Lehrer:innen und weitere Fachpersonen bietet beispielsweise die neu geschaffene
Plattform www.manosphere.ch. Die Plattform vermittelt Wissen über Denkfiguren,
Strömungen und Strategien der Manosphere. Sie nennt Anzeichen, an denen Eltern
erkennen können, dass Jugendliche in den Sog der Manosphere geraten sind und
formuliert Handlungsempfehlungen. Eltern, familiäre Bezugspersonen und
Fachpersonen im Kanton Zürich profitieren zudem von einem spezialisierten,
anonymen und kostenlosen Beratungsangebot. Die Plattform entstand in Begleitung
verschiedener Städte und Kantone. Auch das Bundesamt für Polizei unterstützt das
Projekt im Zusammenhang mit der Umsetzung des nationalen Aktionsplans zur
Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus. Auch im Kanton Zug sehen sich viele Eltern und Lehrpersonen mit den Gefahren der
Manosphere konfrontiert. Ein solches Beratungsangebot könnte auch im Kanton Zug
anonyme und kostenlose Beratungsangebote mit Expert:innen ermöglicht werden.
Weiter soll der Regierungsrat prüfen, wie das Projekt in Koordination mit der
Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) oder der
Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK)
schweizweit implementiert und weiterentwickelt werden könnte.

Link zum Vorstoss